Filmporträt

Als Porträt – die ältere, aus dem Französischen entlehnte Schreibweise lautet „Portrait“ – bezeichnet man zunächst nur die Abbildung einer Person. Porträts stammen ursprünglich aus der klassischen Malerei. Vor der Erfindung der Fotografie wurden so Gesichter von wichtigen oder berühmten Menschen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Antike prägte man beispielsweise erstmals die Köpfe von Imperatoren auf Münzen – einerseits, um dem Geld einen offiziellen Charakter zu verleihen, andererseits zu Propagandazwecken. Nur so war es möglich, auch Bürgern in entlegenen Regionen großer Reiche eine Vorstellung davon zu geben, wie ihre Herrscher aussahen. Mit der Zeit breiteten sich Porträts auch in andere gesellschaftliche und künstlerische Bereiche aus. In der Literatur wurden Porträts über Personen verfasst, die Fotografie ermöglichte es, viel realitätsnähere Bilder ihres Äußeren zur Verfügung zu stellen. Auch im Film gewannen Porträts an Popularität.

Porträts im Film

Im Film lassen sich verschiedene Arten von Porträts unterscheiden: Dokumentarische Porträts fangen die Lebensrealität von bestimmten Personen ein. Das beschränkt sich nicht nur auf bekannte Persönlichkeiten, die etwa in ihrem Werdegang filmisch begleitet werden. Mittlerweile werden auch etliche Dokumentationen gedreht, die Personen mit bestimmten, interessanten Jobs genauer darstellen. Die Porträts sollen damit nicht nur einen Eindruck von der Person, sondern auch von ihrem Umfeld liefern. Doch es gibt nicht nur dokumentarische Porträts, sondern auch fiktive. Dabei können einerseits die Situationen realer Personen, die beispielsweise aber vor längerer Zeit gelebt haben, mit Schauspielern nachgestellt werden. Oder aber es werden Figuren erfunden, die Prototypen bestimmter Personen darstellen und diese dann porträtiert. So beispielsweise im Spielfilm „Lord of War – Händler des Todes“ aus dem Jahr 2005, in dem Ethan Hawke, Jared Leto und Nicolas Cage in der Rolle von internationalen Waffenhändlern zu sehen sind.

Beispiel Albert Schweitzer

Albert Schweitzer war ein deutsch-französischer Arzt, der von 1875 bis 1965 lebte und dessen Name vor allem durch seine medizinische Arbeit in Afrika bekannt wurde. Er gründete ein Krankenhaus in Lambaréné in Gabun, wo er auch starb, und wurde für sein Lebenswerk in den 50er Jahren mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Aufgrund der damaligen Zeit existieren selbstverständlich nur wenige Filmaufnahmen, die ein realistisches Bild von Schweitzer und seinem Lebensweg vermitteln. Wer heute fachaerztejobs sucht, findet diese ganz einfach im Internet. Für Schweitzer war der Weg in die Medizin und in die Fremde ungleich schwieriger. Um sein Leben und Werk besser zu veranschaulichen und seine Geschichte zu transportieren, wurde beispielsweise 2009 der deutsch-südafrikanische Film „Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika“ produziert. Dieses Filmporträt gewährt einen Einblick in die Arbeit des Multi-Talents Schweitzer.