Der König der Waffen

Der neuseeländische Regisseur Andrew Niccol war vor allem durch seine Science-Fiction-Werke bekannt in der Filmszene. Seit der Erstausstrahlung eines seiner wohl bekanntesten Filme im Jahr 2005 ist sein Name jedoch in ganz neues Licht gerückt.

Das Drama Lord of War, im deutschsprachigen Raum mit dem zusätzlichen Untertitel Händler des Todes versehen, erzählt die Geschichte eines Mannes namens Yuri Orlov, exzellent dargestellt von Nicolas Cage, einem der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods. Der Film behandelt mit satirischen Untertönen die Rolle von Waffenhändlern in globalen Zusammenhängen und Machtverhältnissen sowie die moralische Fragen um den Gewissenskonflikt der Waffenindustrie.

Filminhalt

Im Laufe des Filmes sieht sich die Figur Orlov, ein aus der Ukraine stammender Amerikaner, mit Terroranschlägen, Guerillakämpfern, Drogenbossen und Diktatoren konfrontiert. Er steckt sowohl in Bürgerkriegsgebieten als auch für die Großmächte nach dem Kalten Krieg in Verwicklungen um Waffenlieferungen, (Selbst-)Mordattentaten und internationalen Machtkämpfen. Stets verfolgt von Menschenrechtlern der Vereinten Nationen sowie von persönlichen Tragödien wie Drogensumpf und familiären Opfern, verkörpert Cage den Waffenhändler als innerlich zerrütteten, von seinem Gewissen geplagten und dennoch skrupellosen Kriminellen.

Filmbesprechung

Lord of War ist ein herausragendes filmisches Portrait einer Figur, die symbolisch für überwältigende Konflikte um Völker- und Menschenrechte, globale Macht- und Finanzierungsstrukturen sowie Krieg und Terror steht. Niccols Film ist somit ein Must-see für alle politisch Interessierten aber auch für Menschenrechtler sowie alle Bürger, die sich mit dem Für und Wider von Schusswaffengesetzen befassen.

Aufgrund der Thematik ist der Film nichts für schwache Nerven. Dennoch kann man durchaus eine soziale Veranstaltung damit untermalen, beispielsweise einen politischen Themenabend mit Vorträgen oder eine gezielte Aufarbeitung. Das Werk bietet sich für angeregte Diskussionen im Freundeskreis oder im Rahmen von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen an und sollte nach dem Ansehen gerade von jungen Menschen im Gespräch erläutert und nachbereitet werden. Es lässt sich trotz der Themen durch bestimmtes vielseitiges partyzubehör durchaus auch eine positive und fröhliche Stimmung kreieren, um sich auszutauschen und in entspannter und nicht allzu ernster Atmosphäre zusammen zu kommen.